27.6.2017 : 7:19 : +0200
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www.tv-maar.de, Seite: Kampagne 2014    Datum: 27.Jun.2017

Brasilianischer Samba ließ Halle beben

Fremdensitzung mit Tanz, Gesang und messerscharfen Pointen

Schon beim Betreten der vollbesetzten Maarer Schulturnhalle wähnte man sich in Brasilien. Viele fleißige Helfer hatten ganze Arbeit geleistet, um diese in eine prachtvolle Narrhalla zu verwandeln. Dazu trug nicht zuletzt auch das schöne Bühnenbild aus der Feder von Elvira Waldeck sowie die üppige Licht- und Tontechnik bei, für die wieder Dirk und Katrin Ehlert verantwortlich zeichneten.

Zu Beginn stimmten Flugkapitän Hünaldo dos Sandos und Stewardess Jaylo Lombardo (Dieter Schäfer, Jennifer Lomp) auf die Reise nach Brasilien ein und machten die Gäste auf die Sicherheitsbestimmungen aufmerksam, ehe die Bordbesatzung zu Sambarhythmen einmarschierte.


Zwei Kinderballetts mit einer scheinbar nicht enden wollenden Anzahl von begeisterten Maarer Mädchen vesprühten gleich zu Beginn das, was sich während der gesamte Veranstaltung verfestigen sollte - pure Freude am Karneval.


Pfarrerin Luise Berroth unterstrich die Parallelitäten zwischen Zuckerhut und dem Maarer Bil und hatte dabei genauso die Lacher auf ihrer Seite, wie die "sonderbare Rosi" (Roswitha Funk), die in gewohnt würziger und gewollt schusseliger Manier in erster Linie sich selbst und ihren "Klausi" treffsicher auf die Schippe nahm.

Mit Tobias Pussel aus Willofs als Gastredner hatten die Verantwortlichen einen echten Glücksgriff getan. In waschechtem Willofser Platt, gepaart mit perfekter Mimik, haute er Schwarten raus, die das Publikum vollauf begeisterte.


Die Mädchen der Maarer Dance Company begannen ihren schmissigen Showtanz mit einer Ode an die Kultsendung "Herzblatt" und präsentierten sich danach zu eingängigen Rhythmen als homogene Truppe.

Eine homogene Truppe sind schon seit vielen Jahren auch die Holzwürmer, die in diesem Jahr - aber nur scheinbar - aus der Not eine Tugend machten. Da sie "eigentlich" keine Texte hatten, erschienen sie als Rassefrauen in schillernder Optik und versuchten sich dabei als Tänzerinnen und Sängerinnen, merkten aber dabei schnell, dass sie wieder zu dem zurückkehren mussten, was sie über Jahre hinweg auszeichnete - der derbe Witz.

Befreundete Gäste vom TUMABA aus Lauterbach, vom CC Zeppe Angersbach sowie die Karnevalisten aus Frischborn und Allmenrod machten danach dem Gastgeber ihre Aufwartung und füllten die Bühne in beeindruckender Manier.

Die TV Garde blau/weiß entpuppte sich einmal mehr als Hingucker und hatte sich dieses Mal klassischen Stücken - aufgepeppt im Pop-Sound - verschrieben. Optisch wie tänzerisch eine Augenweide.

Helmut Seibert gehört als Büttenredner zu den Säulen des Maarer Karnevals. In diesem Jahr kam er mit allerlei Bürsten in der "Ketz" als "Berschtebenger" (Bürstenbinder) und hatte dabei eine Menge Wissenswertes rund um das Thema "Bürsten" parat.

Als Helene Fischer brachte danach Markus Völker den Saal in Rage und inszenierte dabei mit Bravour in High Heels ein Potpourri der aktuellsten Hits der derzeit populärsten deutschen Schlagersängerin.

In das im Vorjahr wiedereröffnete Kultbistro "Holzwurm" hatten sich die Babbelmiller begeben und dabei Wirtin "Danny" stilecht imitiert. Ob Neubau des goldig kleinen Gemeindehauses, Radioauftritt der MGV-Haarschneidetruppe, fensterflüchtende Rosi oder ein schläfriger Tankstellenbetreiber, keiner war vor den Babbelmillern sicher und wurde persönlich zur Schau gestellt.

Als Gallier erschienen die Tänzer des Männerballetts und verzückten das Publikum mit gut abgestimmter Musik, gekonnter Tanzdarbietung und einem bis ins Detail mit Körperbemalung abgestimmten Outfit. Sie kamen wie alle anderen Tanzformationen nicht um eine Zugabe herum.

Die fröhlichen Sänger hatten wieder allerlei Maarer Bolzen aufgeschnappt, die sie musikalisch glossierten. Bei ihrem neuen Schohblied "Faschingsfieber" (im Original "Altes Fieber" von den "Toten Hosen") sangen sie von Zitterorgien am Aschermittwoch, ehe dem Publikum das obligatorisch geforderte "Brot vom Back" zum Abschluss serviert wurde.

Nach dem Finale tummelten sich die Narren noch lange zu den Klängen der Colorados, die seit mehr als 30 Jahren den Maarer Karneval begleiten, auf der Tanzfläche.